DIE NEUE PRODUKTION

In einer kleinen Hafenstadt, in der alles seinen gewohnten Gang geht (die Leute gehen auf den Markt und gelegentlich in die Kirche, manche verlieben sich, manche streiten sich, die Armen haben außer trocken Brot nichts zu essen und die Regierung freut sich, wenn nichts passiert), passiert plötzlich doch etwas: Ein seltsamer Komet erscheint am Himmel und den Menschen als Zeichen drohenden Unheils. Wenig später sterben die ersten an einer schrecklichen Krankheit: Die Pest kommt über die Stadt - und setzt sich in Gestalt eines geheimnisvollen Mannes alsbald selbst auf den Thron, von wo aus sie mithilfe einer eiskalten Sekretärin ein autoritäres Regime errichtet, das die Menschen zunächst mit undurchschaubaren Regelungen zermürbt, dann Freiheitsrechte immer stärker beschneidet und schließlich auch vor offener Gewalt nicht zurückschreckt. Was das mit den Menschen macht und ob und wie sie sich aus dem Grauen dieser Schreckensherrschaft befreien können, das zeigt unser Stück, das der algerisch-französische Schriftsteller und Philosoph Albert Camus Ende der 1940er Jahre unter dem Eindruck des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs geschrieben hat, in dem jeder dritte Satz auch in unsere Zeit passt und das, so fürchten wir, einmal mehr seine Zeitlosigkeit beweist. Umso wichtiger, dass wir Ideen für und Mut zum Widerstand bekommen, oder? Dazu tragen wir gerne unseren Teil bei - und hoffen, mit unserer Inszenierung, die den experimentellen Charakter des Stücks noch verstärkt (und keineswegs nur düster ist, sondern auch sehr dynamisch, poetisch, romantisch), rühren und bewegen zu können: zu Tränen vielleicht und vielleicht sogar zum Handeln.


Unsere Inszenierung ist „jugendfrei“ und also für alle geeignet, die sich knapp zwei Stunden konzentrieren und auch dann fesseln lassen können, wenn sie nicht unbedingt jedes Wort verstehen. Manchmal wird es nämlich schon etwas kompliziert. Aber man muss auch nicht jeden Gedanken sofort kapieren, um das Ganze zu begreifen.


Im zweiten Teil kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.


Wir freuen uns auf alle, die mit dabei sein wollen, wenn wir also in diesem Jahr - wie angekündigt - wieder „etwas ganz Anderes“ auf die Bühne bringen. Dass man auch in der Eingangshalle des neuen Schulzentrums Theater spielen kann, haben wir im letzten Jahr glücklich bewiesen. In diesem Jahr schöpfen wir dann bühnen- und theatertechnisch wieder etwas mehr aus dem Vollen und versprechen eine Inszenierung prall voll mit lauter Sachen, die nur das Theater kann. Kommt und seid gespannt!